Er tourt gerade mit „1996“, seinem dritten Kabarett-Programm, durch das Land, viele seiner Shows sind bereits Monate im Vorhinein ausverkauft – und seine Sommerpause nutzt er für eine Wanderung mit mir im Rahmen von Walek wandert gehts durchs Mühlviertel.
Benedikt und ich treffen uns in Liebenau im Mühlviertel, seiner Heimatgemeinde. Die Wanderung, zusammengestellt von Benedikts Vater Alois, führt uns vom Elternhaus am Waldrand auf den Brockenberg und dann weiter zum Kobelbergpass, mit 1.044 Metern der höchstgelegene Pass Oberösterreichs, und schließlich zum bekannten Tannermoor. Während der Wanderung erzählt mir Benedikt von seinem neuen Programm und den Themen, die er auf der Bühne aufgreift. Sein Alter – das Bühnenprogramm heißt „1996“, sein Geburtsjahr – und Männlichkeit sind große Themen: „Ich bin in der tiefsten Provinz aufgewachsen, wo Männlichkeit bis heute noch ganz anders gelebt wird, als in der Stadt. Und ich habe in das Bild vom klassischen Mann, das früher am Land bei uns vorgeherrscht hat, nie reingepasst – mit viel Bier trinken, extrem sexistisch sein, sich schlägern auf Zeltfesten und sich für Autos interessieren.“ Sein Kabarett-Programm soll auch aufklären: „Ich versuche schon, dass man jungen Männern beibringt, dass das nicht der einzige Weg ist, den es gibt. Man kann ruhig und sensibel sein und Sachen ansprechen, die einen beschäftigen.“ Und: „Ich spiele jetzt viel am Land und in vielen kleinen Dörfern. Und da kommen viele junge Männer, was mich immer sehr freut, wenn die einen Abend mal mit einem Mann verbringen, der jetzt nicht so die klassischen Männlichkeitsideale vertritt.“
Der Anfang seiner Karriere war hart, einen seiner ersten Auftritte hat er vor nur fünf Personen in Klagenfurt gespielt. Heute sind viele seiner Vorstellungen ausverkauft. Bei unserer Wanderung erzählt er auch von den Anfängen des Schreibens: „Ich habe schon immer eine ziemlich blühende Fantasie gehabt. Ich habe in der Schule schon sehr verrückte, absurde Aufsätze geschrieben. Und einen ganz absurden Humor gehabt, den wahrscheinlich wenige verstanden haben.“ Dass er heute Veranstaltungssäle im ganzen deutschsprachigen Raum füllt, war nicht geplant: „Es war nie mein Ansporn, dass ich das mal beruflich mache. Ich habe nicht einmal gewusst, dass das geht. Ich habe nicht gewusst, wie man einen Point schreibt oder wo man auftreten kann.“
Das ist die Walek wandert Ausgabe vom Sonntag dem 16. August 2026
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