Felix Gottwald

„Einerseits aufgeblasen, andererseits ähnlich wie beim Bezirkscup“

Er hat sieben olympische Medaillen gewonnen und ist damit Österreichs erfolgreichster Olympionike: Felix Gottwald und ist meiner Einladung gefolgt und mit mir gewandert.
 
Wir wandern von der Türlwandhütte am Dachstein hinunter in die Ramsau. Logisch reden wir viel über die Olympischen Spiele – war doch Felix selbst noch vor wenigen Jahren als Athlet am Start, war er heuer zum ersten Mal als Zuschauer dabei: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man fünf Mal als Athlet dabei war und dann das erste Mal als Zuschauer. Dann siehst du einerseits wie aufgeblasen diese Spiele sind und gleichzeitig siehst du aber auch wie Bezirkscup ähnlich Sachen ablaufen.“ Er erzählt von seinen Erlebnissen und auch vom Geschehen im Olympischen Dorf: „Du hast dann Athleten, die erfolgreich starten, die dann auch schon feiern, weil sie nichts mehr zu tun haben. Und andere haben erst den großen Wettkampf oder haben den ersten Wettkampf auch schon vergeigt. Und all das siehst du halt im Olympischen Dorf.“

Drei seiner Medaillen sind in Mürzzuschlag im Museum, die meisten seiner Medaillen liegen aber zu Hause in einem Sackerl. Gelegentlich holt Gottwald sie aus dem Sackerl raus: „Als die Kinder klein waren, haben sie bei den Siegerehrungen gesagt: ‚Papa, wir machen jetzt eine Siegerehrung.‘ Und dann haben wir mit den Medaillen Siegerehrungen gemacht, während Siegerehrungen im Fernsehen gelaufen sind. Und die Kleine hat ganz schnell festgestellt: ‚Die Silberne ist die schönste.‘ Also wegen der hätte ich keine Goldene gewinnen braucht.“
 
Auf der Wanderung gibt Felix auch persönliche Einblicke, spricht über seine Familie, seine Zukunft und über sein neues Buch („Keine Zeit für Heute“). Darin schreibt er über eines seiner großen Anliegen: „Ich habe den Eindruck, dass skandinavische Länder den Grundzugang zum Sport nicht haben, damit sie Weltmeister am laufenden Band produzieren, sondern sie nehmen sich eigentlich Sport und Bewegung zunutze, um die Welt besser zu meistern. Und das ist ein Riesenunterschied. Was die Skandinavier tatsächlich aufgehört haben, ist, dass sie Kinder in gut und schlecht einteilen so früh wie möglich.“ Und er überlegt weiter: „Im Zuge des Buchschreibens ist mir der Gedanke gekommen – und den habe ich im realen Leben überprüft und habe meine Kinder angefangen zu fragen, wenn sie von der Schule heimkommen, ob sie heute eine Hausübung bekommen aus dem Turnunterricht. Und ich kann sagen, bis vor wenigen Tagen war die Antwort immer ‚nein‘. Meine große Tochter hat den Verdacht, dass eine Lehrerin von ihr irgendeine Sendung gehört hat, wo ich das gesagt habe. Und jetzt haben sie eine Hausübung im Turnunterricht gekriegt.“
 
Das ist die Walek Wandert Ausgabe vom Sonntag dem 15. Februar 2026

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